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Zitieren

 

 


 

 

 

 

Einzelne Inhalte dieser Seite wurden dem Leitfaden für die Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen (Roth und Thiel, 2016) entnommen.

 

 

 

 

Wozu zitieren?

 

 

 


  • Nachweis der eigenen wissenschaftlichen Leistung

 

  • Abgrenzung fremder Ideen und Gedanken


  • Wiederauffindbarkeit von Ausführungen anderer

 

  • Nachprüfbarkeit fremder Ideen und Gedanken

 

 

 

Was zitieren?

 

 

 

 


 

  • Primär- / Sekundärliteratur (in der Regel Primärliteratur verwenden)

 

 

  • Graue Literatur (Verwendung mit dem Betreuer der Arbeit klären)

 

  • Wikipedia (Verwendung wird unterschiedlich beurteilt, daher mit dem Betreuer der Arbeit klären)

 

  • Lexika (keine anonymen Artikel, nur Fachlexika)

 

 

 

 

 

Zitatarten

 

 

 

 

Neben dem direkten (wörtlichen) Zitat gibt es das indirekte (sinngemäße) Zitat, das auch Paraphrase genannt wird.



Direktes Zitat:

 

 

Der Sinn des Zitierten muss erhalten bleiben.

 

 

Die sprachliche Gestalt des Zitierten darf nicht verändert werden.

 

Das direkte Zitat wird vom eigenen Text durch Setzung von Anführungszeichen abgehoben oder bei längeren Zitaten (mehr als 40 Wörter) als Blockzitat ausgeführt. 

 

 

Beispiel für ein direktes Zitat:

„Der schiefe Turm von Pisa ist ein italienisches Bauwerk der Romanik.“1   

 

 

 

Beispiel für ein direktes Blockzitat:

 
Eigender Text Eigener Text Eigener Text

     Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat
     Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat
     Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat1

Eigener Text Eigener Text Eigener Text.

 

 

 

Der Wortlaut des Zitierten darf nicht geändert werden, es darf nichts weggelassen oder hinzugefügt werden. Druck- oder Rechtschreibfehler werden nicht korrigiert. Die alte deutsche Rechtschreibung wird nicht in die neue deutsche Rechtschreibung umgewandelt. Fehler oder alte Schreibweisen werden nach dem falsch geschriebenen Wort mit dem lateinischen [sic!] gekennzeichnet, das übersetzt „wirklich so" bedeutet.   
 

 

 

Beispiel für ein direktes Zitat mit Rechtschreibfehler:


„Der schife [sic!] Turm von Pisa.“1

 

 



Ausnahme 1: Auslassungen bzw. Veränderungen

Auslassungen bzw. Veränderungen sind erlaubt, wenn der Sinn des Zitates erhalten bleibt. Das nachfolgende Beispiel zeigt eine Auslassung, bei der z. B. ein Nebensatz, der für die Aussage des Zitates nicht relevant ist, nicht mit aufgeführt wird. Auslassungen für ein Wort werden durch [.] gekennzeichnet und Auslassungen für mehr als ein Wort werden durch [...] gekennzeichnet.


 

Beispiel für eine Auslassung bei einem direkten Zitat:

„Zitat Zitat Zitat [...] Zitat Zitat Zitat.“1




 

 

Ausnahme 2: grammatikalische Veränderung oder Ergänzungen eines direkten Zitates

Die Einbindung in den eigenen Text kann eine grammatikalische Veränderung oder Ergänzung eines direkten Zitates erfordern, wie sie in dem nachfolgenden Beispiel gezeigt wird. Änderungen und Ergänzungen werden in [ ] gesetzt und mit dem jeweils treffenden Hinweis (z. B. Anmerk. d. Verf., Hervorgeh. d. Verf. oder Erg. d. Verf.) versehen.

 

 

Beispiel für die Veränderung eines direkten Zitates:

Originaltext (Quelle: Bea, X.F. / Haas, J.: Strategisches Management, 5. Aufl. Stuttgart, 2009, S. 358):

Die Prozesskostenrechnung rechnet dem Kostenträger die Gemeinkosten der indirekten Leistungsbereiche nicht durch Zuschläge auf die Einzelkosten (z. B. Materialeinzelkosten, Fertigungslöhne), sondern entsprechend den bei der Herstellung des Kostenträgers erforderlichen Prozessen zu.

Zitat:

Dabei ist zu beachten, dass „die Prozesskostenrechnung [.] dem Kostenträger die Gemeinkosten der indirekten Leistungsbereiche [wie z. B. Forschung und Entwicklung, Konstruktion, Qualitätssicherung; Anmerk. d. Verf.] nicht durch Zuschläge auf die Einzelkosten [...] [zurechnet], sondern entsprechend den bei der Herstellung des Kostenträgers erforderlichen Prozessen [.]".


 

 

 

 Indirektes Zitat:

 

 

Wie beim direkten Zitat darf der Sinn des Zitierten nicht verändert werden.


Der Wortlaut wird verändert (paraphrasiert).


 

Es muss dabei erkennbar sein, wo das indirekte Zitat beginnt und wo es endet:

 

    • Das Ende ist dabei leicht aufgrund der formalen Kennzeichnung zu erkennen.

 

    • Die Abhebung des Beginns des indirekten Zitates von den eigenen Gedanken kann formal oder über sprachliche Mittel erfolgen. 

 

 

 

Beispiel für eine formale Lösung: 

 

Wissenschaftliche Schreibkompetenz kann sich erst im Studium und in der jeweiligen Fachdisziplin entwickeln.1,2 Die im Studium geschriebenen Textsorten sollten den Studierenden daher helfen, ihre wissenschaftliche Schreibkompetenzu zu stärken. Zudem bereiten die im Studium verwendeten Textsorten die Studierenden auf das Schreiben im Beruf vor.3 Für die genannten Schreibformen wird daher der Begriff des akademischen Schreibens vorgeschlagen, der das wissenschaftliche und das berufliche Schreiben umfasst.4

 

 

Beispiel für eine sprachliche Lösung:

Wissenschaftliche Schreibkompetenz kann sich, wie Pohl1 und Steinhoff2 untersuchten, erst im Studium und in der jeweiligen Fachdisziplin entwickeln. Die im Studium geschriebenen Textsorten sollten den Studierenden daher helfen, ihre wissenschaftliche Schreibkompetenz zu stärken. Nach Girgensohn und Sennwald3 dienen die im Studium verwendeten Textsorten zudem der Vorbereitung auf das Schreiben im Beruf. Für die genannten Schreibformen schlagen sie daher den Begriff des akademischen Schreibens vor.



 


 

 

Sprachliche Einbindung von Zitaten

 

 

 

 

Bei der Verwendung von Zitaten kann eine sogenannte Autorenstimme eingebaut werden, das heißt es wird mit sprachlichen Mitteln auf den Autor verwiesen. Vorsicht: der Einbau einer Autorenstimme ist nicht in allen Disziplinen üblich bzw. wird in den Natur- und Ingenieurwissenschaften eher sparsam verwendet (Kruse, 2007, S. 75).

 

Beispiele für die sprachliche Einbindung von Zitaten (siehe auch Schreibcenter am Sprachenzentrum der TU Darmstadt, o. J):

Laut Müller ...

..., so Müller

Gemäß einer Studie des Fraunhofer Institutes ...


Gemäß DIN 5008 ...



Zudem sollten Studierende die Frage klären, ob eine kritische Kommentierung bei der Erstellung von Texten verlangt wird. Während der Verfasser im 1. Beispiel die Meinung von Müller teilt, diese also neutral wiedergibt, drückt er im Beispiel 2 aus, dass er Müller widerspricht. Dies muss dann natürlich begründet werden.


 
Beispiel für eine neutrale Wiedergabe
:

Müller betont ...


Beispiel für eine wertende Wiedergabe:

Müller behauptet ...

 

 

 

 

 

 

Zitiermethoden

 

 

 

 

Alle Zitate müssen mit einem Verweis auf den Autor / die Autoren gekennzeichnet werden. Hierfür haben sich beim wissenschaftlichen Schreiben verschiedene Zitiermethoden herausgebildet.

 

Der Verweis erfolgt entweder im Text oder in der Fußnote:

 

 


Verweis im Text:

 


als Kurznachweis, z B. Autor, Jahr, Seite


 

Beispiel für einen Kurznachweis im Text:

Bisher wird die Informationskompetenz in der THM-Bibliothek als eigenständiges Kompetenzfeld betrachtet. Dem Schreibkompetenzmodell von Kruse und Chitez folgend, könnte diese Kompetenz aber auch als eine für das Schreiben notwendige Teilkompetenz gesehen werden (Kruse und Chitez, 2012, S. 63)

 

 

als Referenznummer, z. B. [1]

 

 

Beispiel für die Verwendung einer Referenznummer im Text:

Bisher wird die Informationskompetenz in der THM-Bibliothek als eigenständiges Kompetenzfeld betrachtet. Dem Schreibkompetenzmodell von Kruse und Chitez folgend, könnte diese Kompetenz aber auch als eine für das Schreiben notwendige Teilkompetenz gesehen werden. [1]

 

 

 als Kurzbeleg, z. B. in der Form [ABCD08]

 

Beispiel für einen Kurzbeleg im Text:

Bisher wird die Informationskompetenz in der THM-Bibliothek als eigenständiges Kompetenzfeld betrachtet. Dem Schreibkompetenzmodell von Kruse und Chitez folgend, könnte diese Kompetenz aber auch als eine für das Schreiben notwendige Teilkompetenz gesehen werden. [KRCH12]

 

 

 

Verweis in der Fußnote:

 


als Kurznachweis


 

 

Beispiel für einen Kurznachweis in der Fußnote:

Bisher wird die informationskompetenz in der THM-Bibliothek als eigenständiges Kompetenzfeld betrachet. Dem Schreibkompetenzmodell von Kruse und Chitez folgend, könnte diese Kompetenz aber auch als eine für das Schreiben notwendige Teilkompetenz gesehen werden.1

_________________________________________
1 Kruse und Chitez, 2012, S. 63

 

 

 

 

 

Ergänzend zu den Verweisen ist ein Literaturverzeichnis mit Vollbelegen anzulegen. Wichtig hierbei ist die eindeutige Zuordnung vom Text zur richtigen Stelle im Literaturverzeichnis. Die Sortierung der Vollbelege folgt daher der in der Zitiermethode gewählten Form, also zum Beispiel nach Referenznummern oder nach Autoren.

Die in den Vollbelegen aufzuführenden Angaben werden durch die Auswahl des Zitationsstils (siehe unten) bestimmt.

 

 


Nur bei kurzen Texten findet man die Variante Vollbeleg (im Text oder in der Fußnote) unter Verzicht auf ein Literaturverzeichnis.

 

 

 

 

 

Übliche Bestandteile der Vollbelege in Literaturverzeichnissen

 

 

Monografie

 

Beitrag in einem Sammelwerk

Artikel in einer Zeitschrift

Empfehlung für die Kennzeichnung fehlender Daten

 

Autor/en:


Bis zu drei Autoren werden aufgeführt.


Ist die Anzahl der Autoren größer als drei, dann wird nur der erste Autor mit dem Zusatz "et al." bzw. "u. a." angegeben.

Dabei stehen die Kürzel "u. a." für "und andere" sowie die lateinische Übersetzung "et al." für "et alii".

 

Autor/en des Beitrages:

 

Bis zu drei Autoren werden aufgeführt.


Ist die Anzahl der Autoren größer als drei, dann wird nur der erste Autor mit dem Zusatz "et al." bzw. "u. a." angegeben.

Dabei stehen die Kürzel "u. a." für "und andere" sowie die lateinische Übersetzung "et al." für "et alii".

Autor/en des Artikels:

 

Bis zu drei Autoren werden aufgeführt.


Ist die Anzahl der Autoren größer als drei, dann wird nur der erste Autor mit dem Zusatz "et al." bzw. "u. a." angegeben.

Dabei stehen die Kürzel "u. a." für "und andere" sowie die lateinische Übersetzung "et al." für "et alii".

Wenn es keine/n Autor/en gibt, rückt die Institution an gleiche Stelle.

 

Wenn beides fehlt:


o.V. - ohne Verfasser

 

engl.:
u.a. - unknown author

 

 

Titel / Untertitel der Monografie

 

Titel / Untertitel des Beitrages
Titel / Untertitel des Artikels
 

Herausgeber (wenn vorhanden)

 

Herausgeber des Sammelwerkes
   
 

In:

 

In:  
 

Titel / Untertitel des Sammelwerkes

 

Titel / Untertitel der Zeitschrift  

Auflage (ab der zweiten Auflage)

 

Auflage (ab der zweiten Auflage)    

Erscheinungsort/e:

 

Bis zu drei Orte werden aufgeführt.


Ist die Anzahl größer als drei, dann wird nur der erste Ort mit dem Zusatz "et al." bzw. "u. a." angegeben.

Dabei stehen die Kürzel "u. a." für "und andere" sowie die lateinische Übersetzung "et al." für "et alii".

 

Erscheinungsort/e:

 

Bis zu drei Orte werden aufgeführt.


Ist die Anzahl größer als drei, dann wird nur der erste Ort mit dem Zusatz "et al." bzw. "u. a." angegeben.

Dabei stehen die Kürzel "u. a." für "und andere" sowie die lateinische Übersetzung "et al." für "et alii".

 

o.O. - ohne Ort

 

engl.:
n.p.p. - no publishing place

 

Verlag (abhängig vom Zitationsstil, siehe unten)

 

Verlag (abhängig vom Zitationsstil, siehe unten) Verlag (abhängig vom Zitationsstil)  
Erscheinungsjahr Erscheinungsjahr Erscheinungsjahr

o.J. - ohne Jahr

 

engl.:
n.d. - no date

 

   

Jahrgang, engl. Volume (wenn vorhanden)

 

 
   

Heft, engl. Issue

 

 

Schriftenreihe und Bandnummer (wenn vorhanden)

 

Schriftenreihe und Bandnummer (wenn vorhanden)    

ISBN (abhängig vom Zitationsstil)

 

ISBN (abhängig vom Zitationsstil)    
 

Seitenangabe:
Erste und letzte Seite des Beitrags

 

Seitenangabe:
Erste und letzte Seite des Artikels
 

 

 

Zitationsstile

 

 

 

 

  • Es gibt mehr als 9000 Zitationsstile. So sind bestimmte Stile eher in den Naturwissenschaften und andere eher in den Geisteswissenschaften üblich. Je nach Stil befindet sich der Beleg/Nachweis direkt im Text oder in der Fußnote.

 

  • Verlage und Herausgeber von Zeitschriften und Monografien verwenden in der Regel eigene Stile und geben diese als Vorgabe an ihre Autoren.

 

  • Für das wissenschaftliche Arbeiten an der Hochschule, z. B. für das Schreiben einer Bachelor- oder Masterarbeit, empfiehlt es sich, die Frage des gewünschten Zitationsstils mit dem jeweiligen Betreuer abzustimmen.

 

 

  • Ein Beispiel für einen Zitationsstil ist die DIN ISO 690 (Deutsches Institut für Normung, 2013) nach der die Kurznachweise im Text und die Vollbelege im Namen-Datum-System in diesem Tutorial erstellt wurden. Weitere Beispiele sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.

 

 


 

Beispiele für verschiedene Zitiermethoden und Zitationsstile

 

 

Zitiermethode

 

Referenznummer im Text

 

 

 

Kurznachweis im Text

 

Kurznachweis in der Fußnote


Zitationsstil


DIN ISO 690 (Numbers)

 


Harvard


Fachbereich WI der THM

 


Formale Gestaltung 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Abb. 1: DIN ISO 690 Numbers
(Swiss Academic Software GmbH, 2016)
Abb. 2: Harvard-Stil (Swiss Academic Software GmbH, 2016) Abb. 3: WI-Stil (Swiss Academic Software GmbH, 2016)

 

 

 

bibTutorial: http://bibtutorial.pbworks.com | Ein Angebot der Hochschulbibliothek der Technischen Hochschule Mittelhessen: https://www.thm.de/bibliothek/lernortplus | schreibberatung@thm.de | Stand: 2018/011